Zuwachs im Mädelrudel

Seit dem 6.5.2006 verstärkt

Itsme vom Heidersiefen

unser Mädchenrudel. Sie ist am 9.3.2006 geboren.
Ihre Eltern sind :
Airin vom Heidersiefen
Unkas Löwe vom Osning

Seit ihrem Einzug sind die Wörter „Nein!“ und „Pfui!“ diejenigen, die man am häufigsten im Haus hört. Sie ist ausgesprochen munter, liebt Wassernäpfe in erster Linie zum Baden und Ausschütten, Besen findet sie zum Reinbeißen, nur leere Papierkörbe sind gute Papierkörbe.

In der Küche streckt sie ihre schwarze Nase schon locker auf die Anrichte, den Griff vom Backofen bebenutzt sie für ihre Klimmzüge, die Unke hat sie heute gedeckt, und die anderen Großen stöhnen angenervt auf, wenn sie ins Wohnzimmer einfällt.

Aber das ist ihr völlig egal. Sie ist einfach „klasse“!

Nun wohnt Itsme schon länger als drei Wochen bei uns.

Sie hat sich sehr verändert. Es sieht so aus, aber natürlich hat sie kein Gewächs auf dem Rücken und auch keine sechs Beine, nein, sie ist mal wieder mit Heller unterwegs, denn sie geht nicht ohne Pünktchen und Heller.

Ihre Tage sind ausgefüllt und sie benötigt die Morgenstunden, wenn ihre Menschen das Geld für ihr Hundefutter verdienen gehen, um auszuschlafen und sich von ihrem anstrengenden Job zu erholen. Morgen wird sie von ihren zahlreichen Aufgaben in ihrem neuen Rudel berichten:

Meine Aufgaben in diesem Rudel sind vielfältig, aber gerade das gefällt mir gut.
Der Tag beginnt hier morgens um 5.30 Uhr. Allerdings nicht, weil Frauchen und Herrchen dann aufstehen müssten, sondern weil die beiden Möchtegernmachos Antares und Colja es beschließen. Colja entdeckt urplötzlich, dass er unsere Mama schon seit Stunden nicht mehr gesehen hat, und fängt an, in den höchsten Tönen zu weinen. In seinen Kummer fällt Antares umgehend ein und haut mit seiner dicken Tatze fordernd gegen die ohnehin schon zerkratzte Schlafzimmertür. Das ruft natürlich Herrchen auf den Plan, denn der denkt mit Schrecken daran, dass er das irgendwann reparieren muss. „Ruhe!“, brüllt er und Frauchen stöhnt: “ O, nein!“
Beide rollen sich dann angenervt auf die andere Seite und tun so, als würden sie noch schlafen.

In dem Moment rappelt meistens auch noch ein grauer Plastikkasten mit roten Lichtern. Der wird von Frauchen umgehend zum Schweigen gebracht. Das macht Unke völlig glücklich, und es gelingt ihr nun absolut nicht mehr, ihren nackten Wedelschwanz still zu halten. In einem monotonen Takt trommelt sie gegen die Fensterscheibe als müsste sie sie aus dem Rahmen klopfen. Zusätzlich verteilt sie noch nasse Küsschen an jeden.
Davor muss ich natürlich mein Frauchen beschützen und springe prophylaktisch auf die Bettkante. Dabei kann es schon mal geschehen, dass eine meiner dicken Tatzen natürlich ungewollt auf Frauchens Nase landet.
Meistens stehen sie dann auf.

Und schon wieder ist mein Einsatz gefragt!

Die Nacht war lang und Herrchen muss raus an die frische Luft. Weil er ungern allein geht, begleite ich ihn bis zur Weggabelung und behalte ihn im Auge, während er noch völlig verschlafen die Zeitung aus dem Briefkasten nestelt. Dabei habe ich gerade mal eben Zeit, selbst ein etwas größeres Pipipfützchen zu machen und mich kurze Zeit unter dem Schilf aufzuhalten. Dort stört mich meistens Colja, der jeden Morgen über den Zaun des Geheges springt, weil er nicht ohne Frauchen und Herrchen sein kann und außerdem die Mietzi-Schlafplätze abschnuffelt.

Herrchen ist dann immer sauer und meckert rum, aber ändern tut sich dadurch auch nichts. Gemeinsam holen wir nun Antares aus dem Gehege ab und trotten ins Haus zurück. Dort hat in der Zwischenzeit mein Frauchen meinen Futternapf in der Küche gefüllt. Das riecht gut! Weil es sie freut, fresse ich schnell alles auf und lecke den Napf sauber, bevor Antares und Colja einfallen, die jedes herumliegende Bröckchen sofort aufsaugen. Sie freut sich immer über mich und flötet: „So ist es gut, meine Süße.“
Das höre ich gern. Der Nachteil ist nur, dass mein Bauch dann so drückt, und wenn sie mich nicht schnell raus lässt, muss sie wischen. Aber ich glaube, dass findet sie gar nicht so schlimm.

Ich tobe anschließend noch ein wenig durch das Gehege, besuche alle meine Spielzeuge, flitze nochmal mit Antares und Colja durch den Tunnel, und wenn Herrchen uns wieder ins Wohnzimmer lässt, müssen wir im Flur ausruhen gehen. Das können wir jetzt auch gut gebrauchen.
Kurze Zeit später kommt Frauchen aus dem Schlafzimmer. Da freuen wir uns natürlich sehr und springen alle wieder auf. Aber sie freut sich gar nicht, wenn wir sie verfolgen und unsere Sandnasen an ihrer Hose abputzen. Schade! Sie ermahnt uns immer nur: „Weg da!“ und „Ihr sollt mich doch nicht abschlabbern!“ Komisch, nachmittags hat sie gar nichts dagegen. Zu mir sagt sie immer: „Tschüss, meine Süße!“ und rennt fluchtartig zur Haustür, die dann hinter ihr zuknallt. Eine Weile später brummt dann auch Herrchen in seiner dicken Blechdose davon. Endlich Ruhe! Wir sind allein!

Wenn wir aus unserem wohlverdienten ausgiebigen Schönheits-, Wachstums- und Erholungsschlaf erwachen, müssen wir uns allerdings schnellstens wieder unseren eigentlichen Aufgaben zuwenden. Denn ein bisschen wollen wir ja auch schaffen, bevor Frauchen und Herrchen wieder nach Hause kommen. Wir haben die Aufgaben gut verteilt, denn hier darf jeder das machen, was er besonders gut kann. Während Only you von der Küche aus die Oberaufsicht führt (Sie ist ja schließlich die Älteste von uns.), sind Antares und Colja dafür zuständig, die Türzargen weiter zu verschönern. Sie sind zu eckig und kantig, und unser Ziel ist es, sie ansehnlich abzurunden. Diese Arbeit ist anstrengend und macht hungrig. Glücklicherweise stehen die Futtertonnen im Flur. Weil Frauchen und Herrchen aber immer vergessen, sie offen zu lassen, hat Antares sich darauf spezialisiert, den Deckel mit den Zähnen abzukauen. „Bröckchen für alle!“, lautet sein Schlachtruf.

Meine Aufgaben sind von einer ganz anderen Art. Ich halte die Sandhaufen, die wir morgens mühsam im Fell mit in den Flur schleppen, feucht, damit Frauchen sie mittags besser beiseite schaufeln kann. Dazu steige ich mit allen vier Pfoten in den Wassernapf und nehme auch noch einen kräftigen Schluck Wasser ins Maul. Das alles verteile ich gleichmäßig im Flur und in der Küche. Wenn es mal wieder etwas schneller gehen muss, weil wir verschlafen haben, trete ich einfach auf die Kante des Wassernapfes. Doch so richtig zu schätzen weiß unseren Einsatz hier keiner.
Sie gucken immer etwas grimmig, wenn sie mittags nach Hause kommen. Aber das liegt wohl meistens daran, dass es in der Schule wieder so anstrengend war.

Nachmittags folgt dann eine Vielzahl von weiteren interessanten Aufgaben.
Zuerst muss ich Frauchen und die Mietzis Heller und Pünktchen begleiten. Sie brauchen jetzt nach dem Mittagessen unbedingt Bewegung und gehen nicht gern allein. Ich schlendere mit Frauchen – die Mietzis laufen nicht so weit mit – vor bis zu der langen, breiten Asphaltschlange. Wir gucken dort immer die brummenden, knatternden, dröhnenden, roten, blauen, schwarzen und weißen Blechdosen an. Manchmal kommen ganz lange und hohe vorbeigerauscht. Sie sind noch dicker als Herrchens Blechdose und machen einen Höllenlärm. Am liebsten würde ich mir die Ohren zuhalten, aber das zeige ich nicht, denn ich habe ja keine Angst. Wir bleiben nicht lange dort.

Wenn wir wieder zu Hause angekommen sind, widme ich mich meistens der Gartengestaltung.

Hier habe ich mit den Vorarbeiten zu einer richtig tiefen und breiten Modderkuhle angefangen. Vielleicht wird es ja auch ein richtiges Sumpfloch. Ich habe mich daneben gelegt und auf Regen gewartet, aber es ist keiner gekommen. Schade! Keiner hier kann so gut buddeln wie ich, und alle Großen hätten sich bestimmt über meine wunderbare Pfütze gefreut.

Nur Unke ist neidisch, denn bevor ich kam, war sie die Buddelkönigin. Da steht sie schon! O, Hilfe! Sie kommt!

Sie kann so fies sein. Sie schmeist mich einfach um, und ich muss mich ergeben. Heute spiele ich dieses Spiel noch mit, aber nächste Woche bin ich stärker.

Wenn es Abend wird, setze ich mich abschließend noch einmal auf die Terrasse, schaue über meinen Garten, merke mir, wie alles aussieht, wünsche dem steinernen Herrchen und der kopflosen Gans eine gute Nacht und überlege schon mal, was ich am nächsten Tag tun muss.
Dann ruft Frauchen meistens, und ich muss wieder den Fressnapf leeren. Dazu lasse ich mich nicht lange bitten, denn so ein Tag ist anstrengend und macht hungrig und müde.

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