Wir sind umgezogen und genießen unsere neue Wohnung. Hera ist ein
toller Stadthund und mitnichten der größte hier! Hier gibt es
beispielsweise eine Familie mit 4 (!) Doggen. Hera lässt sich durch
nichts aus der Ruhe bringen, nicht durch Baustellen, nicht durch
Verkehrslärm etc.
Das einzige, oder besser der einzige, der sie bisher
aus der Fassung brachte, war Harald, ein Leonberger, der sie im
Tiergarten mit penetranten Annäherungsversuchen verfolgte.
Unsere Älteste unternimmt viel mit Hera, und ich nehme sie einfach immer mit,
wenn ich irgendwohin gehe, sei es zur Schule, zum Einkaufen oder zu
sonstigen Terminen, so dass sie mehr unterwegs ist als in Ahrensburg.
Aber das alles ist nicht das, was ich erzählen wollte. Denn uns bewegt
im Moment ein ganz anderes, nun zum Glück schon etwas zurückliegendes
Ereignis. Und dabei spielte auch Hera eine Rolle:
Einige Wochen vor unserem Umzug sind unsere Töchter (8 und 12) in
Ahrensburg einkaufen gegangen. Hera spielte im Garten mit Bootsmann,
einem Landseer, der wirklich ihr bester Freund war. Wenn Hera mit
Bootsmann spielte, interessierte sie es schlichtweg überhaupt nicht, ob
ich rief, ob ich lockte o.ä. Sie spielte.
Unser Garten in Ahrensburg
war von einem Metallzaun umgeben, und Hera war noch nie darüber
gesprungen, auch nicht, wenn Hunde vorbeikamen.
An diesem Nachmittag
nun kamen also Daniela und Gina vom Einkaufen zurück. Unsere
achtjährige Daniela rannte über die Straße vor unserem Haus und wurde
von einem herankommenden Auto erfasst. Sie flog durch die Luft und
schlug ein paar Meter entfernt mit dem Kopf auf den Asphalt.
Sie blieb bewußtlos liegen. Hinter ihr rannte unsere ältere Tochter
herbei und eine Frau, die den Unfall gesehen hatte. Aber vor allen
anderen war jemand anderes am Unfallort: Hera. Sie war über den Zaun
gesprungen und über die Straße gerannt zu Daniela.
Die Frau riss Daniela unter Schock hoch und trug sie zu unserem Haus.
Als ich die Tür aufmachte und Daniela leblos und blutüberströmt in den
Armen einer fremden Frau sah, dachte ich, das Leben sei vorbei. Hera
wich keine Sekunde von Danielas Seite, Gina musste sie festhalten,
damit sie nicht in den Notarztwagen steigen konnte.
Tage des Wartens
auf der neurochirurgischen Station und Wochen der Genesung später
wissen wir, dass sie wieder ganz gesund wird. Seit ein paar Tagen geht
sie wieder zur Schule, sie spielt sogar schon wieder Geige. Aber so ein
Ereignis verändert das Leben. Wir sind unendlich dankbar für den
Schutzengel, den Daniela hatte.
Das ist das eine.
Das andere ist, das wir noch viel mehr als vorher
glauben, dass es so einen Hund, wie wir ihn haben, nur einmal gibt!!